Pflegeversicherung

Dank dem medizinischen Fortschritt steigt die Le­bens­erwartung – wir leben länger, sind gesünder und mobiler als die Generationen vor uns. Auf der anderen Seite erhöht sich mit zunehmendem Alter das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Die soziale Pflegeversicherung wurde im Jahr 1995 eingeführt, um die finanzielle Belastung abzumildern, die durch Pflegebedürftigkeit entsteht. 

Leistungen nur auf Antrag!

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, muss zunächst ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Dabei gilt Pflegekasse ist gleich Krankenkasse. Den Antrag können auch Familienangehörige, Nachbarn oder gute Bekannte für Sie stellen, wenn Sie diese dazu bevollmächtigen. Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Privat Versicherte stellen den Antrag bei ihrem privaten Versicherungsunternehmen, die Begutachtung erfolgt dort durch Gutachter des Medizinischen Dienstes MEDICPROOF.

Das Begutachtungsverfahren

Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade in denen unterschiedliche Leistungen gewährt werden. Zur Bestimmung des Pflegegrades betrachtet der Gutachter sechs verschiedene Lebensbereiche . Für jeden Lebensbereich vergibt der Gutachter je nachdem, wieviel Unterstützung im Alltag benötigt wird, eine Anzahl von Punkten. Diese Punkte fließen mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtbewertung ein. Der Bereich Selbstversorgung erhält z.B. eine höhere Gewichtung wie der Bereich Mobilität. Am Ende ergibt sich ein Gesamtpunktwert nachdem der Pflegegrad bestimmt wird.